Evangelisch-Lutherische

MATTHIAS-CLAUDIUS-KIRCHENGEMEINDE

 

 

Frühlingsandachten kurz & knapp

 

Frühlingsandacht kurz & knapp zum 21.03.2021

Der Friede Gottes und die Liebe Jesu Christi und die Kraft des Heiligen Geistes sei mit Euch und Ihnen!

Bornholm, in der Nähe von Arnager, 2016, fotografiert von Tanja Delor

Steintürmchen am Sommerstrand – ein schönes, friedliches Bild, das mich an einen wunderbaren Sommerurlaub erinnert. Dicht neben diesen Türmchen gab es eine Quelle, das Wasser enthielt einen roten Farbstoff. Steine, die in der Quelle lagen, verfärbten sich in unterschiedliche Rottöne. Mit den Ablagerungen aus der Quelle konnte man malen. Ein einmaliger Ort für unvergessliche Sonnenuntergänge. So schön kann es mit und durch Steine sein.

Steine stehen aber auch für Gewalt und Verletzung. Zum Beispiel im Johannes-Evangelium. Am Anfang vom 8. Kapitel geht es dort um eine Frau, die von Schriftgelehrten und Pharisäern vor Jesus geschleppt wird. Die Frau hat Ehebruch begangen. Nach den Gesetzen Mose im Alten Testament steht darauf als Strafe die Steinigung. Also eine qualvolle Hinrichtung, bei der die Person so lange von allen Umstehenden mit Steinen beworfen wird, bis sie tot ist. Die Schriftgelehrten und Pharisäer kennen diese Regeln genau und wollen Jesus provozieren. Entweder er fordert den Tod der Frau, oder er verstößt selbst gegen das Gesetz. Jesus antwortet mit einem seiner bekanntesten Sätze, der oft zitiert wurde und wird:
 „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie“ (Johannes, Kapitel 8, Vers 7).

Und dann passiert es. Alle die, die wissen, was zu tun ist, die die Regeln kennen, die schon Steine in der Hand haben, gehen weg. Sie töten weder die Ehebrecherin, noch verurteilen sie Jesus. Mit dem einfachen Hinweis auf ihre eigenen Fehler hat er ihnen „den Stein aus der Hand“ genommen.

In letzter Zeit denke und merke ich oft, dass ich den Stein schon in der Hand spüre, dass ich meine Segel in den Wind der Empörung stelle. Nach einem Jahr Corona, Monaten mit Lockdown, immer neuen Regeln, ohne Kino, Konzerte und Theater bin ich dazu schnell bereit. Wieder eine neue Regel, wieder ist es nicht so, wie Politiker und Experten angekündigt haben. Wieder halten sich viel zu viele nicht an die Regeln. Wieder sieht es aus, als gäbe es gar kein Ende der Pandemie.
 In meinen besseren Momenten trete ich dann innerlich einen Schritt zurück, lege den Stein vorsichtig zu Boden. Woher stammt meine Berechtigung, zu verurteilen? Bin ich ohne Fehler, habe ich nie etwas zu früh verkündet? Habe ich nicht auch schon Vorschriften gemacht, an die ich mich selbst nicht gehalten habe? Und habe ich nicht auch schon öfters Corona-Regeln gebrochen, Masken nicht richtig getragen und mehr Menschen getroffen als unbedingt nötig?
 In diesen Momenten kann ich mich abwenden von Schuldzuweisungen und der Wut, hin zu mehr Gelassenheit. Wieder Vertrauen haben, dass auch alle anderen eigentlich das Beste wollen, dass Fehler menschlich sind und dass wir noch viel Geduld brauchen. Wenn wir alle versuchen, weniger oft den Stein zu werfen und andere nicht auf jede Schuld hinzuweisen, haben wir alle mehr davon. Schauen wir den anderen an und nicht sein vermeintlich unrechtes Handeln.

Und wenn einzelne beginnen, etwas anders zu machen, dann kann das auch im Kleinsten anfangen, Wirkung zu zeigen.Und wenn einzelne beginnen, etwas anders hinzuschauen, dann können sie Menschen mit ihren kleinen und größeren Nöten, Wünschen, Bedürfnissen sehen, die so sind wie ich oder Du, wie wir alle. Und dann können andere trotz Mund-Nasen-Bedeckung mein solidarisches Lächeln in den Augen sehen.

Lied Ins Wasser fällt ein Stein

Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich, still und leise; und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise. Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt, da wirkt sie fort in Tat und Wort hinaus in uns're Welt.
 Ein Funke, kaum zu seh'n, entfacht doch helle Flammen; und die im Dunkeln steh'n, die ruft der Schein zusammen. Wo Gottes große Liebe in einem Menschen brennt, da wird die Welt vom Licht erhellt; da bleibt nichts, was uns trennt.
 Nimm Gottes Liebe an. Du brauchst dich nicht allein zu müh'n, denn seine Liebe kann in deinem Leben Kreise zieh'n. Und füllt sie erst dein Leben, und setzt sie dich in Brand, gehst du hinaus, teilst Liebe aus, denn Gott füllt dir die Hand.

© Ins Wasser fällt ein Stein, Originaltitel: Pass it on, Text und Musik: Kurt Kaiser, dt. Text: Manfred Siebald © 1976 New Spring Publishing; D,A,CH admby Small Stone Media Germany

Hören Sie das Lied gesungen von der Künstlerin Lila, die uns freundlicher Weise erlaubt hat, dass wir ihre Musik für unsere Andachten verwenden dürfen.

Weitere Informationen sowie ihren Youtube-Kanal zu der Künstlerin finden sie unter https://lila-voice.de/ .

Segenswunsch (altirischer Segen)

Möge die Härte dein Herz niemals zu Stein verwandeln, wenn die Zeiten auch hart sind. Mögest du niemals vergessen, auch wenn dich Schatten umgeben: Du gehst nicht allein! Amen

 

André und Tanja Delor, wir haben in der Suchsdorfer Kirche geheiratet und sind nicht nur als Hundegeher hier sehr gerne zuhause

 

 


 Hier finden Sie die Winterandachten im "Archiv der Winterandachten" zum Nachlesen!


 

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