Evangelisch-Lutherische

MATTHIAS-CLAUDIUS-KIRCHENGEMEINDE

 

 

Frühlingsandachten kurz & knapp

 

Frühlingsandacht kurz & knapp zum 25.04.2021

Unsere Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde erschaffen hat.

“Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.” Psalm 121,7

An Gott zu glauben heißt, ihm zu vertrauen. Ich glaube, dass er es gut meint mit mir und mit allen Menschen. Ich glaube, dass er die Erde gut geschaffen hat. Ich vertraue darauf, dass alles gut wird.

Ich weiß nicht immer, wie das gehen kann. Ich weiß nicht, wann das geschieht. Ich sehe nicht immer nur Gutes. Ich fühle mich nicht immer behütet.

Da ist dieses Versprechen, wieder und wieder in der Bibel gesagt: Gott behütet dich vor allem Übel, er behütet deine Seele. Er wacht über uns, er gibt uns Zuflucht, er tröstet und rettet. So viele Male wird erzählt, wie Menschen genau diese Erfahrungen mit Gott gemacht haben. Und auch ich habe das schon erlebt, fühlte mich geborgen, wurde gehalten und gestützt, konnte umkehren auf sichere Wege, habe Engelsstimmen gehört.

Wenn das nur immer so wäre! Wenn ich doch fest wüsste, dass meinen Lieben nichts Böses geschehen wird. Wenn ich doch niemals Angst vor Verbrechen, Krieg, Hohn und Krankheiten haben müsste, weder für mich noch für andere. Wenn Gott sich doch immer an sein Versprechen halten würde. Wenn Gott doch die Gewalttäter hindern, die Krankheiten ausrotten und den Lügnern und Spöttern den Mund verschließen würde. Wenn doch!

Warum tut er das nicht? Ist Gott nicht liebevoll, ist er nicht mächtig? Sieht er das Leiden denn nicht? Die Bibel sagt doch genau das: Gott ist gut, stark und immer bei uns. Warum nur gibt es trotzdem all das Übel?

Die Frage ist so alt wie der Glaube. Neben das Gute, dass wir erfahren, tritt immer wieder Elend und lässt uns verzweifeln. Wir erhoffen uns oft ein Eingreifen Gottes, wünschen uns einen Blitz, der die Üblen vernichtet, eine Hand, die Kriege beendet, ein starkes Wort gegen Krankheit und Naturkatastrophen. Die Zweifler, die Ungläubigen sagen: ‚Wo ist er denn nun, euer Gott?‘ Und oft genug fragen auch wir Gläubigen uns das: ‚Wo bist du nur, Gott?‘

Wir stellen uns dabei die Welt vor wie ein Marionettentheater. Gott hat die Bühne gebaut, sehr hübsch und vielseitig. Er hat viele Puppen geschnitzt und sich das Stück ausgedacht. Nun steuert er uns Menschen von oben mit langem Arm, zieht hier einen Faden und lässt dort einmal locker. Natürlich fragt man sich da, warum nicht mal an anderen Fäden gezogen wird, warum nicht die eine Marionette eine kleinere Rolle spielen könnte und warum die Kulissen manchmal zusammen stürzen.

Gott aber ist kein Puppenspieler. Er hat Menschen erschaffen mit freiem Willen, mit Herz und Verstand. Er gibt uns die Wegweisung mit LIEBE >>>>> da lang!  Aber welchen Weg wir gehen, bestimmt er nicht. Er hat uns eine wunderschöne Welt geschaffen, aber er ist nicht der verantwortliche Handwerker, der sie zusammen hält. Und ja, in dieser wunderbaren Schöpfung gibt es auch Kräfte, die uns nicht gut tun und gegen die wir doch nicht an können. Da kann man sich schon mal allein fühlen…. ‚Mein Gott, warum hast du mich verlassen?‘ fragte sich ein betender Mensch schon vor ein paar tausend Jahren. Und die Antwort ist: ‚Ich bin immer da. Ich behüte deine Seele.‘ Gott zieht nicht an den Fäden wie der Marionettenspieler; aber er ist da, geht unsere Wege mit, wie dunkel und kalt sie auch sein mögen. Er behütet unsere Seele: wenn sie gekränkt wird, wenn sie einsam ist, wenn sie trauert. Behütet uns in Ängsten, in Zorn und Verzweiflung.

Das schützt nicht vor Krankheit, Krieg und Not. Aber es schützt vor dem endgültigen Verderben: ‚Fürchte dich nicht. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir.‘ Das ist es ja, was wir zu Ostern feiern und an jedem Sonntag wieder bedenken wollen: dass Gott den Tod, das größte Übel, besiegt hat. Tod ist nicht mehr Vergessen werden, Verderben, ewige Bitternis.

Denn die Versprechen gelten. Gott behütet deine Seele.

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mir die Hände reicht.

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mit mir Wege geht.

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mich mit Kraft erfüllt.

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mir die Hoffnung stärkt.

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mich mit Geist beseelt.

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mir das Leben schenkt.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der halte unseren Verstand wach und unsere Hoffnung groß und stärke unsere Liebe.

Pastorin Marion Hild

 


Die Frühlingsandacht zum 18.04.2021 können Sie hier nocheinmal anschauen!

Sie finden die Winterandachten im "Archiv der Winterandachten" zum Nachlesen!


 

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