Evangelisch-Lutherische

MATTHIAS-CLAUDIUS-KIRCHENGEMEINDE

 

 

Sommerandachten kurz & knapp

 

Sommerandacht kurz & knapp zum 04.07.2021

Gott segne und behüte die Wege, die du gehst. Manchmal kommt ein Engel einfach so vorbei und hängt einen kleinen Stern an deinen Tag.

Liebe Andachtsgemeinde!

Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie zuschließen. (Offenbarung 3, 8)

„Lass die Tür ein bisschen offen“. So bitten kleine Kinder nachts vor dem Einschlafen. Wenn die Tür einen Spalt breit geöffnet bleibt, kann das Licht von draußen hineinscheinen. Die offene Tür gewährt so auch den Anschluss an die anderen Familienmitglieder im Haus.

In dieser offenen Tür in der Nacht sehe ich ein Sinnbild für die Tür, von der wir in der Offenbarung lesen. Diese Tür ist Jesus Christus: Er ist die Tür, durch die uns das Licht, das vom Himmel her kommt, scheint. Er ist die Tür, die uns den Anschluss an das Leben gewährt.

In dieser jetzt schon so lange währenden Zeit der Pandemie sitzen viele von uns schon lange Zeit einsam hinter der geschlossenen Tür zuhause. Ich habe das auch erlebt. Mein Mann ist im September 2019 gestorben, ab Mai 2020 kam wegen Corona der erste Lockdown; gleichzeitig musste ich mich einer Knie-OP unterziehen, die Kinder durften nicht anreisen, und nach der Rückkehr aus einer sehr einsamen Reha fand ich mich allein in dem großen Haus wieder, gefangen in meinen Gedanken und der Angst vor Depression, umfangen von Dunkelheit. Diese Dunkelheit hat in mir die Sehnsucht nach Licht geweckt. Da bin ich in meiner Physiotherapie einem Engel begegnet. Dieser Engel hat für mich die geschlossene Tür wieder geöffnet, und durch das Licht auf der anderen Seite der Tür war ich wieder im Leben angekommen. Gott sei Lob und Dank!

Das Wissen um eine offene Tür und das Licht auf der anderen Seite der Tür tut gut. Es tut gut zu wissen: Da ist eine Tür zum Frieden hinter allen Sorgen. Da ist eine Tür zum Licht. Da ist eine Tür, durch die hindurch wir ahnen können, dass Dunkelheiten in unserem Leben nicht das Letzte sind. „Ich habe dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie zuschließen.“ So erinnert uns Christus.

In allem, was uns täglich den Mut nehmen will, bei allen Sorgen und Ängsten, die uns bewegen und uns in uns selbst einschließen, gibt es dort eine Tür. Eine geöffnete Tür geht auch nach außen auf, heraus aus Gefängnissen der Angst, der Trauer, der Schwermut und des Schmerzes. Christus öffnet uns die Tür zum Heilwerden, zum Trost finden, zum Glauben. Er öffnet uns die Tür zu Gott.

Das Bild von der geöffneten Tür sagt mir auch das: Ganz am Ende haben wir nicht den Tod und das Vergessensein vor uns, sondern wir gehen ins Leben, auch wenn wir – irgendwann, nach Gottes Zeitplan – sterben werden. Und schon heute ist die Tür wenigstens einen Spalt breit geöffnet. Ein Licht fällt herein, ein Licht von Gottes Licht; ein Glanz bricht hindurch, und dieser Glanz kommt aus Gottes neuer Welt. Denn Jesus Christus selbst ist unser Licht.

Freuen wir uns, dass wir uns endlich, nach langer Zeit, wieder treffen dürfen – zu den Gottesdiensten am Dorfteich. Freuen wir uns, dass wir uns wieder mit anderen zuhause und unterwegs treffen dürfen. Freuen wir uns, dass wir, der Posaunenchor, uns wieder treffen dürfen, um gemeinsam Musik zu machen. Freuen wir uns, dass die Kinder wieder in den Kindergarten und in die Schule gehen dürfen. Freuen wir uns, dass Familien wieder gemeinsam etwas unternehmen können. Freuen wir uns, dass wir wieder in Cafés und Restaurants gehen dürfen. Freuen wir uns, dass wir wieder in den Urlaub fahren dürfen. … Ich bin sicher, dass wir jetzt wieder das Licht und die Wärme auf der anderen Seite der Tür spüren können. Gehen wir umsichtig und sorgsam in diese neue Zeit, die Gott uns schenkt.                 Amen.

Kanon:       Der Himmel geht über allen auf,
                  auf alle über, über allen auf.
                  Der Himmel geht über allen auf,
                  auf alle über, über allen auf.
 
Segen:       Gott segne dich, wenn du ausgehst und wenn
                 du heimkehrst. Mögest du der Hilfe des Himmels
                 gewiss sein und in der Sicherheit leben, den
                 rechten Weg zu gehen. Amen.
 
Ich wünsche allen einen schönen Sonntag.                                                       

Gerda Pahl

 

 


Sie finden alle früheren Andachten im "Archiv der Andachten" zum Nachlesen!


 

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