Evangelisch-Lutherische

MATTHIAS-CLAUDIUS-KIRCHENGEMEINDE

 

 

Herbstandachten kurz & knapp

 

Herbstandacht kurz & knapp zum 03.10.2021

Möge Gott dir immer geben, was du brauchst: Arbeit für deine fleißigen Hände, Nahrung für deinen hungrigen Leib, Antworten für deinen fragenden Geist, Freude und Liebe für dein warmes Herz und Frieden für deine suchende Seele.

 Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1. Mose 8, 22)

Liebe Andachtsgemeinde,

In diesem Wort des ersten Mosebuches erkenne ich Gottes große Liebe zu seinem Volk, zu uns Men-schen, die wir ihm ver-trauen – und auch zu denen, die ihm nicht vertrauen können oder wollen. Gott ist groß, darum ist seine Zusage auch ein ganz großes Geschenk. Gott schenkt gerne.

Ich schenke gerne. Und ich bekomme auch gerne etwas geschenkt. Es gibt ja so viele Gelegenheiten: zum Geburtstag, zu Weihnachten, zu Ostern, zum Jubiläum, ein Mitbringsel aus dem Urlaub oder einfach auch nur so. Schenken bedeutet, dass der Andere an mich denkt. Bei Geschenken muss es sich nicht immer nur um Dinge handeln. Auch die Zeit, die ein Anderer für mich übrig hat, oder Hilfe, besonders unerwartete Hilfe, ist ein großes Geschenk.

So habe ich es erlebt, als ich noch im Dienst war. Das ist schon einige Jahre her, aber ich habe das nie vergessen. Ich war im Dienst total im Stress, wie das zu bestimmten Zeiten so war: Der Jahresabschluss meines sehr umfangreichen Ökumenehaushaltes musste fertig werden; der neue Haushalt für das kommende Jahr sollte eigentlich auch schon fertig sein; nebenbei mussten Anfragen beantwortet und Anträge beschieden werden. Daneben Unerwartetes, aber nicht zu verschieben.

Mein Kollege, der für dieselben Aufgaben im Bereich Diakonie zuständig war, war ebenfalls im Stress. Aber er kam mit der Kaffeekanne und zwei Kaffeebechern vorbei, setzte sich auf den Besucherstuhl, und er bot mir seine Hilfe an. Er konnte mir glaubwürdig versichern, dass sein Bereich weniger umfangreich sei und er mir einen Teil der Arbeit abnehmen könne. Dankbar habe ich seine Hilfe angenommen. „Das ist zurzeit das schönste Geschenk, das du mir machen kannst“, sage ich zu ihm, und ich habe mich ganz herzlich bei ihm bedankt.

„Da nicht für“, sagt er. „Da nicht für“ – in echter norddeutscher Manier – soll heißen: Keine Ursache, du musst dich nicht dafür bedanken, reden wir nicht drüber, ist doch ganz selbstverständlich. – Aber so selbstverständlich ist das gar nicht.

Heute feiern wir das Erntedankfest. Wir schmücken unsere Kirche mit Gaben, die wir zum täglichen Leben benötigen. Im Erntedankgottesdienst danken wir Gott für diese Gaben, von denen wir leben dürfen, für die Früchte und das tägliche Brot, aber auch für seine gute Schöpfung, die wir erleben dürfen und die er uns anvertraut hat als seine Haushalter mit dem Auftrag, sie zu bewahren. Wir feiern Erntedank-gottesdienst, und wir beten und singen: „Danke, guter Gott!“

Gottes Antwort: „Da nicht für.“ – Wirklich?

Würde Gott wirklich so auf unseren Dank antworten?

Gott hat, wie wir in der Bibel lesen, die Welt in sieben Tagen erschaffen. Und am Ende eines jeden Schöpfungstages lesen wir den Satz: „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ Gott betrachtet sein Tagewerk und ist stolz darauf. Es ist ein Werk seiner Liebe für seine Menschen. Da gilt „Da nicht für“ nicht. Vielmehr höre ich ihn auf unseren Dank antworten: „Bitte, gerne, es war mir ein Vergnügen.“ Gott freut sich also, wenn wir seine Geschenke wertschätzen. Und wenn wir uns bei ihm bedanken, nimmt er diesen Dank gerne an.

Also: Machen wir es Gott gleich. Machen wir unsere Liebeswerke nicht klein. Freuen wir uns doch, wenn wir schenken und ein Dankeschön dafür bekommen. Lernen wir von Gott, Dank anzunehmen. Dank ist immer die angemessene Antwort auf ein Geschenk. „Da nicht für“, ist die falsche Antwort. Der Schenkende legt damit eine falsche Bescheidenheit an den Tag, und das Geschenk wird dadurch abgewertet. Sagen wir auf den Dank doch lieber – so wie Gott – „Bitte, gerne, es war mir ein Vergnügen.“ Beschenkte freuen sich, und Schenkende dürfen sich selber am Schenken freuen. So will es Gott, so macht er es uns vor. Und so feiern wir heute das Erntedankfest. Amen.

Lied EG 508 (Text: nach Matthias Claudius 1783, Melodie: Hannover 1800)

  1. Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedei-hen steht in des Himmels Hand: der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.

Ref.:   Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt, und hofft auf ihn.

  1. Er sendet Tau und Regen und Sonn- und Mondenschein, er wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot: es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.

Segen

Geht heim mit dem Segen Gottes. Bereitet euch ein Festmahl zu und feiert. Gebt auch denen, die sich ein solches Mahl nicht leisten

können. Dieser Tag gehört unserem Gott. Lasst den Mut nicht sinken, denn die Freude am Herrn gibt euch Kraft. Amen.      (aus: Nehemia 8,10)

 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Erntedanksonntag. Bleiben Sie behütet!

Ihre Gerda Pahl                                                                    


Sie finden alle früheren Andachten im "Archiv der Andachten" zum Nachlesen!


 

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