Evangelisch-Lutherische

MATTHIAS-CLAUDIUS-KIRCHENGEMEINDE

 

 

Andachten kurz & knapp

 

Adventsandacht kurz & knapp zum 3. Advent 2021

Die Liebe und Freude Gottes des Vaters sei mit uns allen!

Freuet euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freuet euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe!
(Philipper 4,4-5)

Das Leitwort des 3. Adventssonntags – passt es in unsere heutige Zeit, in der wir uns wieder gezwungenermaßen massiv einschränken müssen, um endlich die Corona
Pandemie – hoffentlich – überwinden zu können?

Offensichtlich war es schon zu Zeiten, als Paulus – wohl aus dem Gefängnis heraus - den Brief an die Philipper schrieb, nicht immer einfach sich zu freuen. Sonst hätte er in diesem Brief nicht nur mehrfach auf die Notwendigkeit seiner Freude hingewiesen (1,4; 2,2; 3,1; 4,10), sondern auch die Gründe genannt, von denen er seine Freunde überzeugen wollte. Damals war offensichtlich wie heute bei vielen Menschen eine Müdigkeit und Zukunftsskepsis verbreitet; Paulus legt dagegen mit Blick auf Christus unermüdlich dar, wie viele Gründe wir haben, uns zu freuen und positiv in die Zukunft zu schauen.

Seine Freude basiert auf seiner Zuversicht, dass Christus uns nahe ist, wobei das sowohl zeitlich, als auch räumlich, als auch ganz losgelöst von irdischen
Dimensionen verstanden werden kann. Auch wir haben allen Grund zur Zuversicht, allein schon, wenn wir uns den Kreislauf der Natur anschauen:
Aus dem zerfallenden Laub steigt zaghaft ein kleines Schneeglöckchen auf, das wir eigentlich noch gar nicht erwarten in dieser vorweihnachtlichen Zeit. Und ebenso
sehen wir noch einen letzten Apfel am kleinen Bäumchen, der nur darauf wartet, gepflückt und genossen zu werden.

So kommen drei verschiedene Jahreszeiten zusammen: die Erntezeit, die Zeit der Besinnung über die Auflösung des Lebens und der Hinweis, dass neues Leben zu
wachsen beginnt. All diesen Kreislauf können wir in gewissen Grenzen beeinflussen, aber eben nur in gewissen Grenzen, sodass sich in unsere Freude über die
Entwicklung in der Natur, und die Entwicklungen in unserem Leben allgemein, auch eine gehörige Demut hinzumischt, ebenso Dankbarkeit über all das, was wir unserem
eigenen Tun und Handeln unter Gottes Lenken verdanken.
Die Möglichkeit, unter Gottes Lenken eigenständig tun und handeln zu können, beinhaltet aber auch die Verpflichtung, gewissenhaft und vorsichtig die Schöpfung zu
bewahren und weiterzuentwickeln, sodass wir handeln, wie Paulus im gleichen Brief sagt: dass wir eines Sinnes sind, einander in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig, dass wir nichts aus Ehrgeiz und nichts aus Prahlerei tun, sondern in Demut einer den anderen höher einschätze als sich selbst und nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen achte (Phil 2,2-4).

Diese letzte Mahnung zur Nächstenliebe greift die Worte Jesu auf, die wir in seinen Abschiedsreden finden, die uns aber auch in der Advents- und Weihnachtszeit begleiten und uns im neuen Jahr leiten sollen: Liebet einander so wie ich Euch geliebt (Joh 15, 12). Gehört hierzu auch, zum Beispiel, in der Pandemie auf
vermeintlichen Eigennutz an erster Stelle und Freuden, wie beim Einkaufen, zu verzichten und über den eigenen Schatten zu springen, wenn man zögern möchte,
sich impfen zu lassen? Oder ist das zu realitätsbezogen gedacht und meint Jesus ganz etwas Anderes, Unverbindliches, ja Esoterisches? Wenn wir seine Worte
beherzigen, wird unsere Freude groß sein und helfen, alle Sorgen und andere Probleme, auch die der Pandemie, zu überstehen.

Und wenn Jesus in seinen letzten Fürbitten (Joh. 17,21) um die Einheit der Glaubenden bittet: Alle sollen eins sein. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin,
sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast, dann ist das der dringende Auftrag für uns, endlich die Einheit der Christen in der Liebe Jesu und der Freude anzugehen, die Paulus uns verkündet.

Lied: Macht hoch die Tür (EG 1)
O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat.
Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein.
Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat.

Gebet:
Guter Gott, lass uns Deiner Freude und Liebe immer bewusst sein.
Lass sie uns dankbar als Hilfe in unserem täglichen Leben nutzen.
Und lass uns die Erfahrung Deiner Liebe und Freude unseren Mitmenschen weitergeben.
Amen.


Prof. Dr. Maximilian Mehdorn
Neurochirurg und Gründer der Familie Mehdorn Stiftung
        


Sie finden alle früheren Andachten im "Archiv der Andachten" zum Nachlesen!


 

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