Evangelisch-Lutherische

MATTHIAS-CLAUDIUS-KIRCHENGEMEINDE

 

 

Andachten kurz & knapp

 

Andacht kurz & knapp zum 24.12.2021

Fürchtet euch nicht! Euch ist der Heiland geboren.

 

Maria aber behielt alle diese Worte im Herzen. (Lk 2,19)

Wie groß ist, was da Weihnachten geschieht! Verheißungen gehen in Erfüllung; eine junge Frau bekommt ihr erstes Kind; ihr Ehemann ist sich nicht sicher, was das bedeuten mag; Engel singen; ein Stern leuchtet hell und neu; Hirten und Weise kommen und gehen im Herzen berührt wieder in die Welt hinaus. Der Heiland ist geboren. Die Welt, die in Banden lag, ist gerettet, all Leid hat nun ein Ende. Rettung für alle Menschen. Das ist groß und kaum zu fassen, ganz sicher nicht an einem Abend.
Schon deshalb ist es gut, dass wir jedes Jahr auf’s Neue Weihnachten feiern, um uns zu erinnern und um Stück für Stück zu begreifen, was das bedeutet. Um es jedes Jahr, mit jedem Licht, das wir entzünden, ein bisschen mehr ins Herz dringen zu lassen. Damit es nicht im Februar schon wieder vergessen ist, damit wir nicht im März schon hoffnungslos und im April wieder unbarmherzig sind. Dafür braucht es ein Wissen im tiefsten Herzen, ein Verstehen von ganzer Seele – und das braucht seine Zeit.

„Wie klug von Maria, alle Worte der Weisen, der Engel und Hirten im Herzen zu behalten. Ich denke mir, sie wird sowieso erschöpft gewesen sein von der Reise und der Geburt, voller liebevoller Ge-fühle für ihr Kind und überwältigt von dem, was ihr prophezeit worden war. Das kann man doch
gar nicht so schnell verstehen. Aber bewahren kann man sich die Erinnerungen und beizeiten her-vor holen.
Ein paar Tage später, auf der Flucht nach Ägypten – da mögen die Engelschöre wohl wie eine Phantasie erschienen sein. Und als dann Alltag in der kleinen Familie eingekehrt war, ob sie da mal einen ruhigen Moment fand sich zu erinnern, was für ein besonderes Kind sie aufzogen? Vielleicht hat sie es vergessen, bis dann ihr Sohn als Jugendlicher im Tempel zurück blieb und ihr erst mit seinen Worten wieder die Augen öffnete. Und dann konnte sie all dies in ihrem Herzen finden: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht. Ein Kind ist uns geboren, das heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst. Recht und Gerechtigkeit werden herrschen von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja, gelobt sei Gott!“ (nach Jes 9)
Viel später hat sie sich hoffentlich festhalten können an diesem Versprechen. Es ist gut, sich ein Halleluja im Herzen zu bewahren: um es immer wieder heraus zu holen und sich daran zu erfreu-en, sich zu wärmen, zu stärken, sich festzuhalten und es zu verschenken an alle, die es brauchen. Denn wie groß und wunderbar ist das: Dunkelheit wird weichen; Frieden und Gerechtigkeit wird überall sein; Menschen werden in Freude und Licht miteinander leben können.
Und das alles aus diesem kleinen Kind. Weil Gott nicht ferne blieb, sondern seinen geliebten Men-schen so nahe gekommen ist, wie es nur eben geht: als Mensch zwischen Menschen. Weil Gott mit uns Frieden und Gerechtigkeit gelebt hat, wissen wir, dass das gehen kann. Weil die Engel gesun-gen haben und Hirten und Könige ihnen geglaubt haben, kann die Welt nun dieses Wunder erle-ben. Das ist so groß, wir brauchen wohl noch etwas, um das ganz zu verstehen und ganz zu leben. Also lasst uns diese Worte im Herzen bewahren und immer wieder erinnern: Uns ist ein Kind gebo-ren, das will unser aller Retter sein.

Lied (Es ist ein Ros' entsprungen):

  1. Es ist ein Ros entsprungen Aus einer Wurzel zart. Wie uns die Alten sungen, Von Jesse kam die Art Und hat ein Blümlein bracht, Mitten im kalten Winter, Wohl zu der halben Nacht.
  2. Das Röslein das ich meine, Davon Jesaias sagt: Maria ist's, die Reine, Die uns das Blümlein bracht. Aus Gottes ew'gen Rat Hat sie ein Kind geboren Wohl zu der halben Nacht.
  3. Das Bümelein so kleine, Das duftet uns so süß, Mit seinem hellen Scheine Vertreibt's die Finsternis. Wahr' Mensch und wahrer Gott, Hilf uns aus allem Leide, Rettet von Sünd' und Tod.

 

Fröhliche Weihnachten!

Ihre und eure Pastorin Marion Hild


Sie finden alle früheren Andachten im "Archiv der Andachten" zum Nachlesen!


 

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