Evangelisch-Lutherische

MATTHIAS-CLAUDIUS-KIRCHENGEMEINDE

 

 

Winterandachten kurz & knapp

 

Winterandacht kurz & knapp zum 28.02.2021

Der Friede Gottes und die Liebe Jesu Christi und die Kraft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen!

Als nun eine große Menschenmenge beieinander war und sie aus den Städten zu Jesus eilten, redete er zu ihnen in einem Gleichnis: „Es ging ein Sämann aus, zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen’s auf. Und einiges fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten’s. Und einiges fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht.“ Nachdem Jesus das sagte, rief er: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ (Lukas 8, 4-8)

Es ging ein Bauer aus, um zu säen. Dreifach wird die Vergeblichkeit dieser Arbeit geschildert. Einiges fiel auf den Weg ..., einiges auf den Fels ..., einiges mitten unter die Dornen. Aber immerhin auch: Einiges fiel auf gutes Land.

Dennoch: Drei Viertel des Saatgutes sind verloren. Nur ein kleiner Anteil fiel in die Erde und wurde von ihr bedeckt, so dass die Saat nicht nur aufgehen, sondern auch Wurzeln bilden konnte und sich im Erdreich hielt. Drei Sätze berichten vom Misserfolg, nur einer vom Gelingen.

Lass es, sagt etwas in mir, und sagt es nicht nur zum Bauern, sagt es auch zu mir selbst, geh nach Haus, überlass das Säen und das Pflügen den Glücklichen, die über bessere Voraussetzungen verfügen, oder halte nach einem anderen Acker Ausschau. Beim zweiten Hinsehen zeigt sich, dass sich das Gleichnis aber auch anders verstehen lässt. Gegen Ende ist die Rede von hundertfacher Frucht. Um dieses Ertrages willen wird sich die Mühe am Ende doch gelohnt haben.

Darauf also läuft das Gleichnis zu: auf den Erfolg und nicht auf den Misserfolg. Doch diese Erkenntnis wird dem Hörenden nicht leicht gemacht. Zu massiv werden die widrigen Umstände geschildert: der zertretene Wege, das Gestein, die Dornen. Das Widrige kommt ja auch sehr entmutigend daher. Und es nimmt im Gleichnis den größeren Raum ein. In der deutschen Übersetzung besteht die Schilderung der Vergeblichkeit jeweils aus 2 ½ Zeilen, während die eine positive Bilanz weniger als zwei Zeilen einnimmt. Doch der Erfolg überstrahlt den Misserfolg: Und einiges fiel auf gutes Land, und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Was der Bauer am Ende erntet, ist die hundertfache Menge dessen, was er gesät hat. Da fallen die Verluste kaum ins Gewicht. Nur wenn man als jemand, der das Gleichnis hört oder liest, bereits entmutigt ist von so massiver Vergeblichkeit, dringt man kaum noch durch zu dem überraschend glücklichen Ausgang. Gerade darum, so scheint mir, ist diese Szene so gebaut.

Sie führt uns vor, wie es uns im oft ergeht. Vor lauter Widrigkeiten und Misserfolgen, die uns belasten und uns nur die Schwierigkeiten sehen lassen, verlieren wir den Blick für das gute Ende. Darum wohl: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Also: Lasst euch nicht entmutigen durch die Fülle schlechter Nachrichten, haltet euch offen für den guten Ausgang. Oder: Gebt die Sache noch nicht auf, selbst, wenn es jetzt schlecht für sie aussieht. In einer an das Gleichnis angehängten Deutung - sie gehört wohl ursprünglich nicht dazu - sagt Jesus zu den Seinen: Die auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und bringen Frucht in Geduld. Dies ist ein ruhiger, aber auch starker Schluss. Er spricht einfach von Menschen, die standhalten und nicht aufgeben. Sie machen nichts Großes. Sie karren keine Erde auf das felsige Gelände, sie legen keine Wege an, die um das Feld herumführen, sie rotten die Dornen nicht aus. Sie hören und behalten, sie hegen das Gehörte im Herzen, sie bringen Frucht in Geduld. Das heißt: Sie warten auf die Stunde, in der die Saat auch in ihnen aufgeht, und die Ernte reif ist durch die Kraft ihrer Hoffnung und Zuversicht. Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Amen

Lied              

Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen, und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns, da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns. (Text: Thomas Laubach) 

Segen

Gottes Kraft stärke deinen Rücken, so dass du aufrecht stehen kannst, wo man dich beugen will. Gottes Zärtlichkeit bewahre deine Schultern, so dass Lasten, die du trägst, dich nicht niederdrücken. Gottes Weisheit bewege deinen Nacken, so dass du deinen Kopf frei heben kannst, wo deine Zuneigung vonnöten ist. Segen sei mit dir!

Amen         

Stefan Lippok Kinder- und Jugendmitarbeiter

 


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